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Wohnmobil

Was früher Aussteiger waren nennt man heute Vanlifer. Damit gemeint sind Leute die ihre Wohnung kündig um dauerhaft in einem Wohnmobil oder umgebauten Lieferwagen zu leben. Der Reiz dabei ist natürlich die große Freiheit. Mit einem Wohnmobil ist man flexibel und kann immer dort wohnen wo es gerade schön und warm ist.

Dank Instagram (#vanlife) werden immer Menschen auf diese Alternative zu einer konventionellen Wohnung aufmerksam. Durch die inspirierenden Bilder von beispielsweise Sonnenuntergängen aus der Wohnmobil-Perspektive geraten viele schnell in Versuchung.

Allein 2017 meldet der Caravaning Industrie Verband (CIVD) 63.000 Neuzulassungen von Wohnmobilen in Deutschland. Bisher ein absoluter Rekordwert.

Den Reiz einen Bulli zu kaufen und damit um die ganze Welt zu fahren gab es natürlich schon immer. Aber erst heutzutage, dank der vielen Informations-Möglichkeiten im Internet erkennen mehr und mehr Menschen das es dabei nicht bei einem Traum bleiben muss, sondern prinzipiell von jedem umgesetzt werden kann.

Außerdem waren unsere Vorfahren über Jahrtausende hinweg Nomaden. Stets unterwegs in kleinen Gemeinschaften, auf der Suche nach neuer Beute, Lagerstätten und sauberem Wasser.

Aus dieser Perspektive betrachtet ist es nicht allzu verwunderlich, dass sich viele Menschen auch heute noch nach einem Leben unterwegs sehnen. Eine attraktive Möglichkeit ein solches Leben zu realisieren ist das Leben im Wohnmobil, Van, oder umgebautem Lieferwagen.1) Warum viel Geld für eine laute Eigentumswohnung in einer dreckigen Großstadt zahlen, wenn man doch für deutlich weniger Geld wunderschöne Nächte in der freien Natur oder am Strand bekommt?

Während vor einigen Jahren das Leben im Auto durchweg verpöhnt war („hat dich wohl deine Frau rausgeschmissen“) entdecken mittlerweile immer mehr, insbesonders junge Menschen, diese Alternative für sich. Befeuert wird dieser Trend natürlich auch durch die stetig steigenden Mietpreise und die Möglichkeit online unterwegs Geld zu verdienen.

Allerdings bleibt es immernoch bei Vielen bei der romantischen Idee und nur Wenige wagen den Schritt, kündigen ihre Wohnung, verkaufen ihr Mobiliar und ziehen in ein Wohnmobil.

Ein Hauptgrund ist, dass das vermeintliche einfache Leben „on the road“ eben nur in der Theorie einfach ist. Gerade am Anfang gibt es viele Stolpersteine und Dinge die geklärt werden müssen.

  • Was sind realistische Startkosten um zu einem Leben im Wohnmobil überzugehen?
  • Welche typischen Probleme gibt es und welche Anfängerfehler sind häufig?
  • Wo kann man Duschen und aufs Klo gehen?
  • Wo darf man Parken?
  • Welche Vans und Wohnmobile gibt es? Welche Vor- und Nachteile haben die verschiedenen Modelle für jemanden der dauerhaft in ihnen wohnen möchte?

Diese und weitere Fragen wollen wir im folgenden diskutieren.

Häufige Fragen

Was kostet ein Wohnmobil?

Ein neues Wohnmobil bekommt man für knapp 70.000 €. Gebrauchte Wohnmobile sind deutlich billiger aber aktuell schwer zu kriegen. Die Nachfrage ist aktuell extrem hoch und jedes gebrauchte Wohnmobil schnell neu verkauft.

Eine günstigere Alternative sind Campingbusse. Dabei handelt es sich von darauf spezialisieren Unternehmen umgebaute Sprinter wie beispielsweise Mercedes Sprinter oder Fiat Ducatos. Solche Modelle sind bereits für um die 30.000 € zu haben, verfügen allerdings häufig über keine Sanitäranlagen.

Viele Informationen über aktuelle Modelle gibt es beispielsweise bei ProMobil.

Günstiger ist natürlich wenn man einen gebrauchten Lieferwagen kauft und diesen selbst umbaut. Einen gebrauchten Lieferwagen bekommt man schon für unter 10.000 €. Allerdings kommen dann noch Umbaukosten von 20.000 € bis 50.000 € hinzu. Je nachdem wie viel Komfort man haben möchte.

Welche generellen Tips gibt es für Vanlife-Anfänger?

Zunächst einmal sollte man das Leben im Wohnmobil zunächst einmal auf Zeit ausprobieren. In jeder größeren Stadt kann man Wohnmobile relativ günstig Wochenweise mieten. Bei so einem Testlauf kann man optimal herausfinden welche Hürden es wirklich gibt, welche Austattung man unbedingt im eigenen Wohnmobil benötigt (jeder hat hier individuell andere Ansprüche) und ob das Ganze auch länger als 2-3 Tage Spaß macht.

Ein führender europäischer Anbieter für Wohnmobile auf Zeit ist Indie Campers. Viele Modelle an deutschen Standorten bietet beispielsweise Roadsurfer an.

Außerdem sollte man sich reichlich Zeit für die Planung nehmen und insbesondere aus den Fehlern anderer Lernen. Optimal hierzu ist es die Blogs anderer Vanlifer zu lesen. Viele schildern offen die Probleme mit denen sie zu kämpfen haben und welche mögliche Lösungen es gibt. Eine andere Möglichkeit ist passenden Facebook-Gruppen beizutreten oder im Optimalfall an einem Treffen von Vanlifern teilzunehmen. Termine findet man beispielsweise hier.

Wo darf man mit dem Wohnmobil Parken

Während bei Parken die Regel gilt das alles erlaubt ist was nicht explizit verboten ist, sieht es ganz anders aus wenn man im Wohnmobil auch übernachten will.

In vielen europäischen Ländern und auch insbesondere in Deutschland kann es extrem schnell passieren, dass die Polizei am Fenster klopft und man mehr oder weniger freundlich aufgefordert wird doch bitte wegzufahren. Das Schlafen in einem Auto oder Wohnmobil ist vielerorts strengt reguliert.

Ein mögliches Schlupfloch ist, dass das Übernachten zur Widerherstellung der Fahrtüchtigkeit für eine Nacht erlaubt ist. Allerdings sollte man dann auch wirklich am nächsten Morgen wegfahren. Wird man von der Polizei dabei beobachtete mehrere Nächte am gleichen Ort zu Parken kann schnell ein Busgeld fällig werden.

Außerdem ist Parken generall eben nicht das selbe wie Campieren. Überall wo Campieren nicht explizit nicht erlaubt ist, sollte man keine Campingmöbel oder ähnliches aufstellen. Außerdem gibt es in vielen Gemeinden Sonderregeln die das Übernachten in gewissen Gebieten (an Seen etc.) explizit verbieten. In diesem Fall muss mit Geldstrafen gerechnet werden, falls man erwischt wird.

Deshalb sollte man für das richtige Campieren stets nur extra dafür ausgeschrieben Plätze benutzen.

Eine guten Überblick über legale Stellplätze bietet der ADAC Camping- und Stellplatzatlas für Deutschland und Europa. Inspiration für mögliche Routen mit passenden Stellplätzen werden in vielen Büchern beschrieben. Beispielsweise in „Europa mit dem Wohnmobil“ und „Wohnmobil-Highlights in Europa“, beide erschienen im im Bruckmann-Verlag.

Die besten Bücher über das Leben im Van oder Wohnmobil

  • The Tiniest Mansion - How To Live In Luxury on the Side of the Road in an RV von Tynan. RV ist englisch für Recreational Vehicle und bedeutet übersetzt Wohnmobil. Tynan hat mehrere Jahre in einem von ihm selbst umgebauten Wohnmobil in San-Fransisco gewohnt, während er sein Geld online verdiente und war einer der Vorreiter dieses Trends.

Die besten Filme über das Leben im Van oder Wohnmobil

  • Expedition Happiness - ein deutschs Pärchen kauft einen amerikanischen Schulbus, baut ihn um und macht sich auf die große Reise von Kanada bis Mexiko. Inhaltlich etwas oberflächlich aber dafür mit tollen Drohnenaufnahmen und insbesondere die Aufnahmen vom Bus-Umbau sind sehr inspirierend.
  • Vannin' - historischer Überblick über die Vanlife-Kultur von den 70ern bis heute.
  • Little Miss Sunshine - Hollywood Spielfilm in der sich eine Familie einen alten VW-Bus kauft und damit durch die USA fährt um ihre (siebenjährige, pummelige) Tochter zu einem Schönheitswettbewerb zu bringen.

Die besten Blogs rund um das Leben im Van oder Wohnmobil

  • Camperstyle - viele sehr detaillierte Berichte über das Leben im Camper, News über neue Wohnwagen-Modelle und hilfreiche How-To Artikel.
  • Herman Unterwegs - professionell betriebener Blog eines Ehepaars die bereits seit mehreren Jahren in einem Wohnmobil leben und arbeiten.
1)
Eine andere Möglichkeit, ist das Wohnen in einem Hausboot.
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wohnmobil.txt · Zuletzt geändert: 2018/09/21 10:47 von Jakob Berg