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Ratgeber: Tiny House Kaufen

Die wohl am häufigsten gestellten Fragen rund um das Thema Tiny Houses sind, gleich nach der Frage nach dem Stellplatz:

Wer baut Tiny Houses? Wo kann man ein fertiges Tiny House kaufen?1)

Obwohl der Tiny House Trend in Deutschland noch recht jung ist, gibt es bereits einige Schreinereien und größere Firmen, die sich auf die Herstellung von Tiny Houses spezialisiert haben.

Die Auswahl an verfügbaren Modellen reicht von Tiny Houses in Massivbauweise, über klassischen Holzrahmenbau, bis hin zu nordisch-angehauchten Blockhäusern.

In der folgenden Tabelle sind einige der beliebtesten Firmen aufgelistet bei denen man Tiny Houses kaufen kann.

Tiny House Hersteller Übersichtstabelle und Übersichtskarte

Anbieter Größe Preis € Kurzbeschreibung
Wohnwagon 15 m² 54.000 Innovative Tiny Houses mit denen man, falls gewünscht, nahezu vollständig autark leben kann. Modelle bis 33 m² und 130.000 Euro.
Mobiles Tiny Haus 10 m² 40.000 Große Auswahl an schicken Tiny Houses, mit flexibler Innenaustattung. Modelle bis 20 m².
Mobil Charlet 15 m² 50.000 Münchner Firma deren Modelle vorallem durch ein autarkes Energiekonzept herausstechen.
Raumwerk 35 m² 120.000 Mannheimer Firma die schicke Häuser mit rund 35 Quadratmetern Grundfläche anbieten. Alternativ wird auch eine Variante mit 70 Quadratmetern angeboten.
Sägezahn Architektur 40 m² 100.000 Fexibles Modell mit 40 Quadratmetern, dass sich mittels verschiebbarer Raumteiler umstrukturieren lässt.
Sommerhaus PIU 40 m² 100.000 Tiny Houses mit modernem Design und guter Isolierung. Angeboten werden verschiedene Modelle bis 150 m²
Tiny House Rheinau 9 m² 20.000 Individuell gefertige mobile Tiny Houses
Artifex 50 m² 70.000 Winzige Blockhäuser
Smart House 20 m² 50.000 Modulare Häuser mit bis zu 50 m².
Woodee 40 m² 60.000 Modulare Kleinsthäuser. Transport der Häuser ab 3000 Euro.
Cubig 20 m² 45.000 Schicke Wohnwürfel in verschiednen Ausführungen bis 100m².
Naturwagen & Lodges 20 m² 20.000 Innovative und urgemütliche Mini-Häuser mit runden Dächern.

Tiny House gebraucht oder neu kaufen, was ist zu beachten?

Ursprünglich kommt das Tiny House aus den USA. Die Freiheit überall und flexibel leben zu können fasziniert die Amerikaner schon seit Generationen. Doch so langsam finden die Menschen auch hierzulande immer mehr Gefallen an der Idee und dem damit verbundenen Lifestyle. So leicht wie in den USA ist es aber nicht. In Deutschland gilt es die Gesetzeslage zu beachten. Einfach ein Tiny House kaufen und abstellen, ist nicht erlaubt. Im Folgenden gehen wir der Sache daher Schritt für Schritt auf den Grund.

Was genau ist ein Tiny House?

Zunächst klären wir die Frage, um was es sich bei einem Tiny House überhaupt handelt. Denn es gibt verschiedene Begriffe, die dasselbe beschreiben. Der Obergriff lautet Minihaus und ein Tiny House ist das kleinste dieser Kategorie. Daher wird der englische Begriff tiny verwendet, was übersetzt winzig bedeutet. Auf dem deutschen Markt haben sich zusätzlich die Bezeichnungen Kleinsthaus und Mikrohaus etabliert. Tiny Houses werden oft als mobile Heime angeboten, die sich mit einem Anhänger befördern lassen oder gar nur an die Anhängerkupplung gehängt werden, sofern die Maße 2,55 Breite und 7 Meter Länge nicht überschritten werden. Wer ein stationäres Tiny House kaufen möchte, erhält ein solches auch auf dem deutschen Markt.

Welche Standards muss ein Tiny House erfüllen?

Grundlegende Standards muss ein Tiny House nicht erfüllen. Dennoch kommt jetzt das große “Aber”. Denn zunächst heißt es, die eigenen Bedürfnisse genau zu definieren und diese dann mit den örtlichen gesetzlichen Gegebenheiten abzugleichen. Erst danach gilt es, sich über Preise zu informieren und an einen Anbieter heranzutreten. Typische Fragen sind zum Beispiel: Gibt es umweltfreundliche Tiny Houses? Muss das Haus winterfest sein? Oder will ich das Tiny House kaufen, um es in den Garten zu stellen? Wenn diese und weitere Fragen beantwortet sind, geht es an die Gesetzesgrundlagen.

Das Bauordnungsrecht gilt auch für Tiny Houses!

Niemand braucht einen Anwalt, um zu erfahren, welche Baumaßnahmen umgesetzt werden dürfen und welche nicht. Geht es um das eigene Grundstück, ist eine Bauvoranfrage beim örtlichen Bauamt zu stellen. Eine Bauvoranfrage kostet zwischen 20 und 30 Euro. Hier ist Vorsicht geboten! Denn die Bauvoranfrage ist vom Bauantragsverfahren zu unterscheiden. Das Bauantragsverfahren kostet 200 bis 300 Euro und ist somit deutlich teurer!

Ist das Tiny House auf einem Anhänger montiert beziehungsweise grundsätzlich mit Rädern ausgestattet, gilt stattdessen das Straßenverkehrsrecht.

Was darf denn jetzt gebaut werden?

Das hängt von den örtlichen Gegebenheiten ab. Ein pauschales Baurecht gibt es in Deutschland für Tiny Houses nicht. Generell gültig ist nur die Genehmigungspflicht. Denn selbst wenn das Tiny House noch so klein ist. Alles an baulichen Anlagen, was mit dem Erdboden verankert wird, unterliegt dem Bauordnungsrecht. Wichtig ist, sich über das Vorhandensein eines Bebauungsplans zu informieren. Dort lassen sich Vorgaben für bauliche Maßnahmen entnehmen. In der Gegend A dürfen beispielsweise keine Flachdächer montiert werden. Oder in der Gegend B gibt es Vorschriften zur Bauflucht oder der Art der Eindeckung.

Ein geeignetes Grundstück finden - aber wie?

Darf beispielsweise im eigenen Garten nicht gebaut werden, geht die Suche nach einem geeigneten Grundstück los. Gut ist, dass für infrage kommende Grundstücke in der Regel kein Bebauungsplan vorliegt. Schlecht ist, dass sich diese Aussage sehr oft auf Ballungsgebiete beschränkt. In den Innenstädten lohnt sich die Suche nach geeigneten Grundstücken auch normalerweise nicht, weil diese oft in der Hand von Bauträgern sind.

Ist der Wunsch ein Tiny House kaufen zu wollen nicht mehr aus dem Kopf zu verbannen, gilt es die Augen und Ohren offen zu halten. Auch Freunde und Bekannte sind eine gute Informationsquelle, um leerstehende Grundstücke zu finden. Im Zeitalter der sozialen Medien gilt das sowieso. Ist ein Grundstück mit Adresse bekannt, kann eine Anfrage beim Grundbuchamt gestellt werden, ob an dieser Stelle gebaut werden darf.

Geht nicht auch ein Freizeitgrundstück oder der Schrebergarten?

Freizeitgrundstücke sind deutlich günstiger als Bauland. Was allerdings gebaut werden darf, ist bei der zuständigen Baubehörde erst nachzufragen. Denn auf manchen Freizeitgrundstücken darf noch nicht einmal ein Wohnwagen abgestellt werden.

Eine Schrebergartensiedlung anzupeilen ist ebenfalls eine gute Idee. Doch oft sind die Wartezeiten lang und es gilt die Satzung durchzulesen. Denn in Schrebergärten gilt das Hausrecht der Anlagenbetreiber und nicht das Baurecht. Wird der Bau eines Tiny Houses von der Kleingartengemeinschaft genehmigt, ist man sicher. Aber Vorsicht! Selbst, wenn die Siedlung erschlossen ist, darf man dort nicht seinen Erstwohnsitz anmelden.

Was kostet der ganze Spaß samt Tiny House?

Sich ein Tiny House kaufen zu wollen kann teuer sein, muss es aber nicht zwangsläufig. Wer ein Tiny House Gebraucht kaufen will, kann schon mit einem Haus für 2.500 bis 5.000 Euro ein echtes Schnäppchen machen. Bei gebrauchten Häusern ist allerdings wie bei der Bauvoranfrage Vorsicht die Mutter der Porzellankiste! Ist das Dach noch dicht? Schimmelt es in einer Ecke und weitere Fragen dieser Natur sollte man sich stellen vor dem Kauf. Ein Tiny House gebraucht zu kaufen ist aber grundsätzlich keine schlechte Idee. Denn neu kostet ein Tiny House ein kleines Vermögen. Es gibt Häuser für 10.000 Euro ebenso wie Häuser, die 50.000 Euro kosten. Das Ganze ist abhängig vom Budget und vom gewünschten Komforstandard.

Allerdings sollte bedacht werden, dass der Markt für Tiny Houses noch so jung ist, sodass es in der Praxis extrem schwierig ist ein Tiny House gebraucht zu kaufen.

Ist das Geld aber wirklich knapp, sollte man über kostengünstigere Alternativen zu Tiny Houses, wie Wohnmobile oder Mobilheime nachdenken. Hier gibt es einen riesigen Markt and gebrauchten Exemplaren.

Die Frage nach den Gesamtkosten für den ganzen Spaß ist auch aus den folgenden Gründen pauschal nicht zu beantworten. Die Kosten für die Bauvoranfrage, die Baugenehmigung und den Bauantrag, gestellt durch einen dazu berechtigten Bauingenieur, müssen mit eingeplant werden in den Kauf. Eine Übersicht über die verschiedenen Kostenfaktoren beimm Kauf eines Tiny House haben wir hier zusammengestellt.

Fazit

Ein Tiny House zu kaufen muss lediglich gut durchdacht und vorbereitet sein. Dann steht dem Vorhaben nichts im Wege. Es sollten nur nicht die gesamten Ersparnisse in den Kauf gesteckt werden, damit noch Reserven für unvorhergesehene Kosten übrig sind.


Alle Angaben ohne Gewähr.

1)
Anstelle eines Tiny House zu kaufen, kann man als kostengünstigere Alternative auch ein Tiny House selbst bauen, bzw. einen Bausatz für ein Tinyhouse kaufen.
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kaufen.txt · Zuletzt geändert: 2018/09/21 10:50 von Jakob Berg