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Leben im Tiny House Dorf

Da es alles andere als einfach ist einen geeigneten, legalen Tiny House Stellplatz zu finden, liegt die Idee nahe, die Kosten für ein Baugründstück zu teilen und ein Tiny House Dorf zu gründen. (Häufig wird statt dem gemischten Englisch-Deutschen Begriff Tiny House Dorf auch der vollständig Englische Name „Tiny House Village“ benutzt.)

Das Problem bei der Tiny House Stellplatzsuche ist in der Regel, dass geeignete Grundstücke nicht nur viel zu teuer, sondern auch überdimensioniert sind. Verbleibende Baugrundstücke in Deutschland sind in der Regel für reguläre Häuser ausgelegt.

Und das Schöne an einem Tiny House ist ja eigentlich gerade, dass deutlich weniger Platz benötigt wird. Eine Möglichkeit diesen Vorteil voll auszunutzen ist die Gründung eines Tiny House Dorfs. Darunter versteht man die Ansammlung mehrerer Tiny Houses zu einer kleinen Gemeinschaft, ähnlich wie bei einem Campingplatz.

Ein weiter Vorteil eines Tiny House Dorfs ist, dass schneller ein Gemeinschaftsgefühl in der Nachbarschaft entsteht, als beispielsweise in einem konventionellem Wohnblock.

Gerade weil Tiny Houses so klein sind, ist man motiviert mehr Zeit im Freien zu verbringen. Ist man dann in einer Umgebung mit vielen Menschen denen es ähnlich geht, kommt man schnell in Kontakt und schließt neue Freundschaften. So könnnen Tiny House Dörfer prinzipiell dabei helfen eines der größten Probleme unserer Zeit zu lösen, nämlich dass mehr und mehr Menschen sich einsam fühlen.

Hierzu beitragen können in einem Tiny House Dorf auch beispielsweise Gemeinschaftseinrichtungen wie eine Gemeinschaftsküche1), eine gemeinsame Bibliothek, eine Kreativwerkstatt, ein Waschraum mit Waschmaschinen und Trockner, oder sonstige Hobbyräume.

Durch diesen sozialen Aspekt eines Tiny House Dorfs ist es wenig verwunderlich, dass sich auch zunehmend ältere Menschen für Tiny Houses interessieren.

Außerdem ist ein Tiny House Dorf eine tolle Möglichkeit sich regelmäßig mit Gleichgesinnten auszutauschen und zu engagieren. Beispielsweise versuchen die wenigen bereits bestehenden Tiny House Dörfer in Deutschland, aktiv mehr Leute vom Leben im Minihaus zu überzeugen. Zu diesem Zweck werden Workshops, Feste und Tage-der-offnen-Tür angeboten. Zudem kommen in einem Tiny Haus Dorf in der Regel Menschen zusammen die sehr ähnliche Ansichten zu den Themen Nachhaltigkeit und Konsum haben, sodass schnell interesante gemeinsame Projekte entstehen können.

Tiny House Dörfer in Deutschland

  • Das Tiny House Village im Fichtelgebirge ist Vorreiter und das wohl erste richtige Tiny House Dorf in Deutschland. Auf 17.000 m² wohnen aktuell 15 Tiny House Bewohner in 11 Tiny Houses. Dazu gibt es im Dorf ein Gemeinschaftshaus, mit Sanitäranlagen, Duschen, Toiletten, Waschmaschinen und Trockner. Geplant ist weitere Gemeinschaftsräume anzubieten, wie einen Kreativraum, einen Yogaraum, und eine Gemeinschaftsküche. Die Bewohner engagieren sich aktiv, mehr leute Leute in Deutschland von Tiny Houses zu überzeugen. Angeboten werden neben Tiny Houses Hotels auch regelmäßige Events bei denen das Dorf und Modellhäuser besichtigt werden können. Die Kosten für einen Stellplatz liegen zwischen 1.65 € pro Quadrameter und 1.95 € pro Quadratmeter, je nachdem ob man einen Trinkwasser und Abwasseranschluss benötigt. Enthalten im Preis sind die Kosten für die Müllentsorgung und WLAN.
  • Mit dem Tiny House Park, ist eine Ansammlung von Tiny Houses geplant, die hauptsächlich an Urlauber vermitet werden sollen, damit diese das Leben in einem Minihaus kennenlernen können. Allerdins ist daneben auch ein Tiny House Dorf geplant, in dem das dauerhafte Leben in Minihäusern möglich sein soll. Bisher wurde noch kein passender Standort gefunden. Ein voriger bereits fortgeschrittener Plan das Tiny House Dorf auf einem 30 Hektar großen Campinggelände in Karlsruhe-Durlach zu errichten, wurde von der Stadt Karlsruhe abgelehnt.
  • Die Firma Tiny House Rheinau plant ein eignes Tiny House Dorf. Der Plan ist knapp 3000 m² großes Gründstück in Rheinau (PLZ 77866) zu kaufen und in ein Tiny House Dorf zu verwandeln. Das Grundstück soll in ca. 100 m² große Parzellen unterteilt werden, welche dann für ca. 200 Euro pro Monat an Interessenten vermietet werden. Im Gegensatz zu einem Campingplatz, soll es möglich sein dort seinen Erstwohnsitz anzumelden. Es soll inbesondere auch erlaubt sein Tiny Houses anderer Hersteller aufzustellen. Aktuell scheitert es wie bei dem Tiny House Park noch an einem passenden Grundstück. Der bereits fast fertige Kauf eines geeigneten Grundstücks ist in letzter Minute gescheitert.
  • Auf dem Gelände des Bauhaus-Archivs in Berlin gibt es ein Tiny House Dorf, bestehend aus 9 Minihäusern.

Wie die bisher recht spärliche Liste oben zeigt, ist es aktuell noch schwer bis unmöglich einen Platz in einem Tiny House Dorf in Deutschland zu ergattern. Deshalb kann es sinnvoll bei Ökodörfern anzufragen, ob man dort sein Tiny House aufstellen darf. In der Regel sind solche Ökodörfer deutlich offener was neuartige, nachhaltigere Alternativen zu konventionellem Wohnraum angeht. Außerdem können Ökodörfer als Vorbild dienen, für all diejenigen die mit dem Gedanken spielen ein eigenes Tiny House Dorf zu gründen. Beispielsweise macht das Ökodorf Tempelhof, welches erst 2010 gegründet wurde, vor, wie man auch heutzutage noch ein eigenes Dorf gründen kann, inklusiver eigener Schule.

Tiny House Villages Weltweit

1)
Durch eine Gemeinschaftsküche kann zudem vermieden werden, dass jeden Tag im eigenen Tiny House gekocht wird und somit alles nach Essen riecht.
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dorf.txt · Zuletzt geändert: 2018/09/21 10:34 von Jakob Berg