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Tiny Houses auf Campingplätzen

Die günstigste und einfachste Alternative zu einem festen Tiny House Stellplatz.

Durch das deutsche Baurrecht ist es alles andere als einfach und außerdem oftmals teuer einen geeigneten Platz für das eigene Tiny House zu finden. Ein praktiable Alternative, entweder für die Übergangszeit bis ein geeigneter Platz gefunden wurde, oder auch dauerhaft, sind Campingplätze. Viele Campingplätze erlauben das Aufstellen von Tiny Houses.1)

Welche Vorteile hat ein Tiny House Stellplatz auf einem Campingplatz?

Zunächst einmal ist es deutlich günstiger einen Platz auf einem Campingplatz zu mieten, als ein eigenes Grundstück zu kaufen. Außerdem ist die nötige Infrastruktur (Wasser, Strom, Abwasser) in der Regel bereits vorhanden, sodass keine Zusatzkosten enstehen. Insbesondere diese Aspekte machen das dauerhafte Leben auf einem Campingplatz für junge Leute zunehmend interessant, da die Mieten für ansprechende Wohnungen langsam aber stetig unbezahlbar werden.

Weitere Vorteile eines Stellplatzes auf einem Campingplatz sind

  • die Nähe zur Natur,
  • die Gemeinschaft auf dem Campingplatz.

Beispielsweise lässt die zunehmende Abgasbelastung in den deutschen Innenstädten die Naturnähe auf Campingplätzen zunehmend attraktiver erscheinen.

Außerdem sind immer mehr Menschen, trotz aller Social-Media-Plattformen, zunehmend einsam. Auf Campingplätzen gibt es in der Regel ein starkes Gemeinschaftsgefühl. Man passt auf einander auf, lädt sich gegenseitig zum Grillen ein und hilft wo man kann. Solch einen Zusammenhalt findet man in keiner deutschen Innenstadt und auch in Dörfern nur noch selten.

Ein Grund für die starke Community auf Campingplätzen ist einerseits, dass man oft sehr nah beieinander wohnt und deutlich mehr vom Leben der Anderen mitbekommt als beispielsweise in einem Wohnblock in der Innenstadt. Ein weiter Grund ist, dass Campingplätze immer einen bestimmten Typ Mensch anziehen, sodass die meisten Menschen auf Campingplätzen eben eine starke Gemeinschaft zu schätzen wissen.

Zudem finden auch Kinder auf Campingplätzen immer schnell Anschluß, da sie viel mehr Zeit im Freien verbringen und beispielsweise nicht den ganzen Tag vor der Spielkonsole oder Fernseher verbringen. Hierbei hilft oft auch, dass es auf den meisten Campingplätze ein Gruppe von gleichaltrigen Kindern gibt und oftmals insbesondere in the Sommermonaten Kinder-Animationsprogramme angeboten werden.

Allerdings sollte man auch bedenken, dass das Leben auf dem Campingplatz immer noch einen etwas schlechten Ruf hat. Lange Zeit galt das Dauercamping als Notlösung für Leute aus der Unterschicht galt. Diese Warnehmung ändert sich aber aktuell rasend schnell. Für immer mehr Menschen werden Campingplätze zu einer ernstzunehmenden Alternative, insbesondere auch für junge Menschen.

Welche Tipps gibt es für Einsteiger oder für Jemanden der mit dem Gedanken spielt dauerhaft auf einen Campingplatz zu ziehen?

Zunächst sollte man das Ganze erst einmal auf Zeit probieren. Das Leben auf dem Campingplatz ist nämlich definitiv nicht jedermanns Sache. Auf jedem Campingplatz kann man Stellplätze auch Tage- oder Wochenweise mieten. So kann man einfach, beispielsweise mit einem gemieteten Wohnwagen herausfinden ob das Dauercampen überhaupt das Richtige ist. Außerdem findet man so schnell heraus welche Dinge auf lange Sichte alle benötigt werden, um das Leben auf dem Campingplatz so komfortabel wie möglich zu gestalten.

Als zweiten Schritt sollte man sich um einen Saisonplatz bemühen. Dabei handelt es sich um einen festen Stellplatz für die Sommermonate. Zu dieser Zeit ist das Dauercampen am einfachsten und kann relativ risikolos ausprobiert werden. Erst nach einem solchen erfolgreichen Testlauf, sollte man ernsthaft darüber nachdenken ganzjährig auf einen Campingplatz zu ziehen.

Mit welchen Kosten muss man rechnen?

Zunächst muss man sich natürlich ein Tiny House selbst kaufen. Hier geht es preislich ab 20.000 Euro los.

Dazu kommen Zusatzkosten, je nachdem welchen Komforstandard man sich wünscht. Hat man vor mehrere Monaten auf dem gleichen Platz zu verweilen sollten man unbedingt eine Option realisieren, wie man überdacht im Freien sitzen kann. Die günstigste Option ist hier ein großes Vorzelt, welche bereits für rund 200 € zu haben sind. Deutlich komfortabler ist eine feste Pergola mit Holzboden. Für eine solche sollte man aber mindestens 1000 € einplanen.

Der Preis für einen Jahresplatz auf einem Campingplatz liegt, je nach Platzausstattung und Quadratmeterzahl, zwischen 1000 € und 2000 €. Dies ist jedoch nur die Grundpacht und hinzu kommen noch Nebenkosten von rund 400 € bis 1000 €. Die Nebenkosten fallen in der Regel für Wasser, Strom, Abwasser, Duschen an.

Welche Kriterien sollten bei der Dauercamping-Platzwahl beachtet werden?

Auf jeden Fall sollte abgeklärt werden, wie das Wasser gehandhabt wird. Gibt es die möglichkeit einen festen Wasseranschluss am Wohnmobil zu bekommen? Wie wird das Abwasser abgeführt? Auf manchen Plätzen muss beispielsweise der Wohnmobil-Tank regelmäßig per Hand geleehrt werden, während andere einen festen Abwasseranschluss ermöglichen.

Außerdem sollte man durch Probenächte herausfinden wie lebhaft der Platz ist und ob die Nachtruhe eingehalten wird. Hat man Kinder, sollte man darauf achten, dass genügend gleichaltrige Kinder ebenfalls auf dem Platz sind.

Zudem sollte man abklären ob es möglich ist, auf den Stellplatz als Erstwohnsitz anzumelden. Hier sind die Regelungen vom jeweiligen Bundesland und Campingplatz abhängig. Ebenfalls muss abgeklärt werden, ob es möglich ist Post zu empfangen. Ohne Postanschrift auf dem Platz wird es nämlich schwer eine KFZ-Zulassung zu bekommen oder auch einen Handyvertrag abzuschließen. Viele weitere Informationen zu diesem Thema gibt es hier.

Außerdem sollte man beachten, dass Campingplätze, rein rechtlich, in Deutschland als Sondergebiete zur Freizeitgestalung kategorisiert sind. Somit sind sie eigentlich nicht zum dauerhaften Wohnen ausgelegt. Sollten sie allerdings einen Platz finden, der das dauerhafte Wohnen erlaubt, inklusive Erstwohnsitzanmeldung, sollten sie sich diese Tatsache unbedingt schriftlich in einem Pachtvertrag verbriegen lassen. Außerdem sollte man beachten, dass viele Campingplätze nur Tiny Houses erlauben die jederzeit ortsveränderlich sind. Im Klartext bedeutet das, dass man mit einem Tiny House mit Rädern, auf deutlich mehr Campingplätzen ein Zuhause findet.2)

Außerdem sollten sie die oftmals strengen Vorschriften was die Maximalhöhe angeht, beachten.

1)
Allerdings sollte man immer im Vorraus nachfragen, bevor ihr mit eurem Tiny House am Platz steht und es großen Ärger gibt.
2)
Beispielsweise verbieten viele Campingplätze das Aufstellen von Mobilheimen explizit. Somit muss man sicherstellen, dass das Tiny House nicht als Mobilheim sondern als Wohnwagen eingestugt werden. Der Unterschied zwischen Mobilheim und Wohnwagen ist, dass ein Mobilheim nur mittels Schwertransporter transportiert werden kann.
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campingplatz.txt · Zuletzt geändert: 2018/09/21 10:50 von Jakob Berg